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C O N T E N T M A R K E T I N G

Die neuen

Medienmacher

Umbruch in der Medienlandschaft: Während traditionelle Medienhäuser

zusehends unter Druck geraten, finden Unternehmen immer mehr Leser

und Zuseher für ihre eigenen, journalistisch aufbereiteten Inhalte. Was

sich in den USA und Deutschland unter dem Begriff „Content Marketing“

längst durchgesetzt hat, wird auch die Marketingstrategien hierzulande

bald noch stärker prägen.

Von Christoph Rösch

Wann haben Sie das letzte Mal auf einen Banner geklickt?

Und wann einen Werbeblock im Fernsehen ganz gesehen?

Können Sie sich überhaupt noch an eine der mindestens

5.000 Marketing- und Werbebotschaften erinnern, die Kon-

sumenten laut Content-Marketing-Experte John Pulizzi jeden

Tag umschwirren? Wahrscheinlich nicht. Denn der Kampf um

die Aufmerksamkeit von Kunden wird immer härter.

Werbung überwindet die Aufmerksamkeitsschwelle nur noch

selten – einfach, weil es so viel davon gibt. Das heißt aller-

dings nicht, dass Konsumenten sich nicht mehr für Produkte

interessieren. Im Gegenteil: Laut der Google-Studie „Zero

Moment of Truth“ informierte sich 2010 ein durchschnittli-

cher Konsument aus fünf Quellen, bevor er eine Kaufent-

scheidung traf. 2011 waren es schon doppelt so viele. Diese

Zahl nimmt in dem Maß zu, in dem Käufer den dauernden

Zugriff auf Medien haben. Bereits 2012 verfügte über die

Hälfte der relevanten Zielgruppen in Europa und den USA

über Smartphones. Heute dürften noch wesentlich mehr die

Maschine gewordene Möglichkeit, jederzeit Inhalte abzuru-

fen, bei sich tragen. Was liegt also näher, als den selbstbe-

stimmten Konsumenten, der aktiv Unterhaltung und Inhalte

sucht, zum Ausgangspunkt einer neuen Marketingstrategie

zu machen?

G E T R Ä N K E H E R S T E L L E R U N D M E D I E N H A U S

Coca Cola hat genau das ab 2011 als eines der ersten Unter-

nehmen getan und konzentriert sich seither darauf, in seinen

Unternehmensmedien relevante Informationen anzubieten,

die deren Nutzer wirklich interessieren. Das Coca-Cola-Marketing erzählt zwar Geschichten, die zur Marke passen,

aber nicht mehr allein deren Produkte zum Inhalt haben.

Ähnlich wie Red Bull ist der Brausehersteller dadurch selbst

zum Medienhaus geworden. Viele andere sind diesem Bei-

spiel seither gefolgt. Denn der Schritt zum Herausgeber von

gedruckten oder digitalen Publikationen ist so einfach wie

nie zuvor. Über eine Webseite oder Magazine weltweit Inhal-

te zu publizieren, kostet heute nur einen Bruchteil dessen,

was Verlage und Werbeagenturen für die Produktion und

Distribution von Zeitungen oder Werbeclips früher inves-

tieren mussten. Außerdem helfen spezialisierte Corporate

So eine

Form, so eine

Geschichte:

Als „Ei des

Kolumbus“ ein

Symbol, Dinge

anzupacken.

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